Schmidt-Halewicz

Artenschutz

FFH-Arten – sind Arten, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtinie (1992) geschützt sind. Dazu zählen im Süßwasser u.a. die Kleine Flussmuschel (Unio crassus) sowie der Steinkrebs (Austropotamobius torrentium) [Bild oben]. Beide leben – allerdings zum Teil in Restbeständen – in mehreren Bächen auf dem Bodanrück.

Kleine Flussmuschel – Unio crassus

Zu den bodenbewohnenden wirbellosen Tieren zählen die im Sediment eingegraben

Unio crassus, leere Schalen aus einer erloschenen Population auf dem Bodanrück, 2011
Unio crassus, leere Schalen aus einer erloschenen Population auf dem Bodanrück, 2011

lebenden Großmuscheln.  Kommen sie vor, ist die Gewässergüte mit 1,8 als mindestens gut zu bezeichnen. Auf dem Bodanrück sind es genau 2 Gewässer, in denen man diese Muschelart noch finden kann. Bei Bau- oder Unterhaltsbedingten Eingriffen in die Bachsohle steht LimSa als Experte zur Seite. Im Falle vom Markelfinger Mühlbach wurde bereits mehrfach erprobt, die Tiere vor dem Eingriff einzusammeln und außerhalb des Gefahrenbereichs umzusiedeln. Die größte Gefährdung für die weitere Existenz der Tiere geht von Querbauwerken aus. Es sind die Wirtsfische, welche die Muschel zu ihrer Fortpflanzung und Verbreitung zwingend benötigt, die in ihrer Bewegung eingeschränkt werden – und damit auch die Muscheln selber.

Muschel_pur

Lebende Exemplare der Kleinen Flussmuschel
(Unio crassus) aus dem Mühlbach in Markelfingen,
Radolfzell, 2003

Der Steinkrebs – Austropotamobius torrentium

Auf dem gesamten Bodanrück findet sich der Steinkrebs in etwa 12 Beständen, die zu 6 Bächen oder Bachsystemen gehören, welche noch unbeeinflusst von den Vorkommen der eingeführten Zehnfußkrebsarten geblieben und auch sonst unverbaut und wenig verschmutzt sind. Beim Adelheider Bach oberhalb von Hegne verfolgt LimSa seit 2005 die Populationsentwicklung und unterstützt bei oder initiiert  Renaturierungsprojekte und Pflegearbeiten. Viele Totholzstrukturen und viele Verstecke am Gewässerboden bzw. -rand dienen den Tieren als Aufenthaltsorte untertags, denn unterwegs auf Beutegang sind sie des Nachts. Vor allem der Strukturreichtum und das Unterbinden von Kontakt zu neozoischen Großkrebsen hilft beim Schutz der Tiere. Bei Unterhaltungsmaßnahmen, die in die Sohle des Baches eingreifen, steht LimSa als Experte zur Verfügung, und kann bei Bedarf jede Menge kleine, helfende Hände akquirieren. Als Zeigerart für diesen Lebensraum stellt der Steinkrebs ganz bestimmte Ansprüche an seinen Lebensraum.

Nachtgang Populationsschätzung Steinkrebse im Adelheider Bach, 2005
Nachtgang Populationsschätzung Steinkrebse im Adelheider Bach, 2005

Die Grundschule in Hegne, Gemeinde Allensbach, verfolgt mit der Naturschule Region Bodensee e.V. bereits über 10 Jahre eine Bachpatenschaft zum Schutz und zur Pflege dieser Tiere. Unlängst wurde das Projekt eingereicht bei der UN-Dekade Biologische Vielfalt und wird mit der Auszeichnung „Offizelles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ geehrt.
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Ideales Steinkrebs Gewässer: Strukturreich, landwirtschaftlich kaum genutzt, wenig Umlagerung
Ideales Steinkrebs Gewässer: Strukturreich, landwirtschaftlich kaum genutzt, wenig Umlagerung

Die Aktivitäten der Grundschule Hegne, von der Ausstellung „Viele Hände…“ bis Musical-Theater „Krebsi, Outin…“ über die geliebten Krebse, wird eingestellt auf der Seite www.adelheiderbach.de.