Ciliaten

Ciliaten oder einfacher: Wimperntiere sind einzellige Tiere des Zooplanktons. Sie sind teilweise sehr klein (12 µm), können aber trotz ihrer nur einen Zelle, die sie zur Verfügung haben, in manchen Arten bis zu mehreren 100 oder gar 1000 µm groß sein, wie beispielsweise der hier abgebildete Vertreter Paradileptus, einer räuberischen Art.

Paradileptus_sp_kl
Paradileptus sp. aus einem kleinen Tümpel; Quelle: Mandary

LimSa bietet die Auswertung von Ciliatenplanktonproben, die mit Lugol´scher Lösung bestimmer essigsaurer Rezeptur haltbar gemacht wurden und die nicht zu alt sein dürfen bei der Auswertung (6 Monate). Zusätzlich sollten jedoch Lebendproben am Gewässer möglich sein, damit die Artbestimmung ein konkretere Chance hat. Als Beispiel für eine Art bzw. deren Lebendaufnahme aus Seeplankton (oben): Limnostrombidium pelagicum.

Limnostrombidium aus Bodenseeplankton, Quelle: Sonntag

Manchmal gelangen Bilder zu uns mit der Frage, was ist denn das? Tier oder Pflanze, lebendig oder Artefakt?

Ophrydium versatile
Quelle: Fetscher

 

Im schwimmenden Zustand sehen die Kugeln dann so aus; eine aufmerksame Paddlerin hat sie am Ufer der Reichenau im zeitigen Frühjahr 2021 aufgenommen.

Was ist das Rätsels Lösung? Kolonien von Wimperntieren (Ophrydium versatile), welche grüne Algenzellen beherbergen und deren Hüllen miteinander verschmelzen (Gallerte), sich ablösen aus den Unterwasserpflanzenrasen und zu neuen Ufern treiben lassen.

Diese Zeichnungen entstammen dem Sammelband von W. Foissner und Kollegen (1992) [ISSN 0176-4217].

Was wird heute mit oder bezüglich planktischer Ciliaten geforscht? Im Nahrungsnetz von Seen spielen sie manchmal eine größere Rolle, als angenommen. Ein Beispiel zeigt das EU-Verbundprojekt Projekt (DACH), aus dem die Ciliates.com hervorgegangen sind. Link zur Seite

Nochmehr an tollen Fotos und Funden auf der Blog-Seite von Ciliates.at.